Hohes Lob für den Weinstädter Weg

Beim „Startschuss“ für die neue stadtteilübergreifende Sportgemeinschaft spricht Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler von einem Modell für sanfte Vereinsverschmelzung.

Er habe bei allem Respekt für die Leistung derer, die mit der Gründung der Sportgemeinschaft Weinstadt (SG Weinstadt) die Weinstädter Sportvereine zusammenbringen doch noch eine kleine und ganz persönliche Spitze parat, hat der Präsident des Schwäbischen Turnerbundes (STB) und Vizepräsident des Landtages, Wolfgang Drexler beim Festakt vor rund 180 Besuchern im Beutelsbacher Stiftskeller verkündet: Als Turnerpräsident fehle ihm doch etwas das Turner-T im Namen des neuen Dachvereins für die Weinstädter Sportler. Schließlich hätten ja sämtliche der Sportvereine in den insgesamt fünf Remstalflecken ihre Wurzeln zumindest weitgehend bei den Turnern.

Sportgemeinschaft, SG Weinstadt, nennt sich die Organisation, innerhalb der die größten Weinstädter Sportvereine, der TSV Großheppach, der in Beutelsbach beheimatete SV Weinstadt (einst TSV Beutelsbach) und der VfL Endersbach ihre sportlichen Aktivitäten als durchgängig verfügbares Sportangebot für alle Mitglieder bündeln. Gemeinsamkeit vor Ortsteil- oder Sportartdenken, da hatte allerdings dann im Beutelsbacher Stiftshof während der nachfolgenden sportlichen Diskussion bei Remstalwein und Fingerfood selbst der oberste württembergische Turner viel Verständnis für den Weinstädter Weg einer gesamtkommunalen Sportentwicklung. Sein hohes Lob für die Weinstädter Pionierarbeit in Sachen sanfte Sportkooperation:: „Das könnte für ähnlich strukturierte Kommunen durchaus ein alternatives und zukunftsträchtiges Modell zu quasi zwanghaften Vereinsfusionen werden“, sagte Drexler zum Startschuss der Weinstädter Sportgemeinschaft.

Ein schrittweises Zusammengehen, so lautet die Devise bei der neuen SG in Weinstadt. Mit Leichtathletik, Handball, Schwimmen, Basketball oder Gesundheitssport gehen dieser Tage zunächst jene Bereiche als eigenständige Abteilungen in den Dachverein, die bereits gemeinsame Strukturen entwickelt haben, Mitglied in der SG sind andererseits aber auch die seitherigen Hauptvereine mit den restlichen Sportbereichen und mit der Perspektive, sich nach und nach sportartbezogen in den Gesamtverein zu integrieren, „Was bleibt für diejenigen, die sport-emotional an TSV oder VfL hängen“ hat da der Turnerpräsident sofort nachgefragt. Über die Integration der Tradition der Vereine sei da die Diskussion noch im Gange, lautete die Antwort derer, die alle Sportler in die Weinstädter Vereinszukunft mitnehmen wollen – eventuell einfach als entsprechende Traditionsabteilungen im Gesamtverein. Und letztlich, so spornte Drexler den Ansatz der Weinstädter Sportvereine letztlich an, gehe es tatsächlich darum, dem Sportangebot in Zeiten gesellschaftlicher und demografischer Veränderungen die passenden Entwicklungsmöglichkeiten zu erschließen.

„Es kommt Bewegung in die Stadt“, hat im Beutelsbacher Stiftskeller auch der Weinstädter Oberbürgermeister Jürgen Oswald den sportlichen Zusammenschluss gewürdigt, der rund 4200 Weinstädter Sportvereinsmitglieder unter einem Dach versammelt – und allen Mitgliedern die Teilnahme an sämtlichen Sportangeboten des Gesamtvereins garantiert. „Nach 40 Jahren Weinstadt ist das ein historischer Gang, da wird eine neue Seite der Gemeinsamkeit aufgeschlagen.“

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, hatte zuvor der Vorstandvorsitzende des achtköpfigen Vorstands der Sportgemeinschaft, Klaus Silbernagel, den gut fünfjährigen Weg zum gemeinsamen Dachverein umschrieben. Mit langem Atem seien die gemeinsamen sportlichen Ziel erreichbar: Das vereinheitlichte und durchgängig verfügbare Sportangebot für alle Bürger Weinstadts bei einem einzigen Mitgliedsbeitrag. Die Kooperation und Verzahnung mit den Schulen unter anderem im von der SG angestrebten Sportpark beim Weinstädter Bildungszentrum. Und – in enger Zusammenarbeit mit Stadt und Gemeinderat – die Anpassung der restlichen sportlichen Infrastruktur an die aktuellen Erfordernisse in der Familien- und Sportstadt Weinstadt. Silbernagel: „Ich sage einfach einmal in Klammer: Schul- und Ballspielhalle sowie Schul- und Vereinsbad.“

 

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